Landschaft bei Barberino Val d’Elsa

Barberino Val d’Elsa

Barberino Val d’Elsa
Barberino Val d’Elsa“ © Pete Sheffield (bearbeitet), [CC BY 2.0] über Flickr
Das kleine Barberino Val d’Elsa schmiegt sich harmonisch an einen der typischen toskanischen Hügel. Der 4.400-Einwohner-Ort liegt im Süden der Metropolitanstadt Florenz. und ist vor allem als Stammsitz des einflussreichen historischen Adelsgeschlechts Barberini überregional bekannt geworden. Die adlige Familie nahm im 11. Jahrhundert den Namen des Dorfes an und stellte vom 16. bis 18. Jahrhundert außer einem Papst auch diverse Kardinäle. Wirtschaftlich profitierte Barberino Val d’Elsa bereits in der Antike von der strategisch günstigen Lage an den seinerzeit viel befahrenen Römerstraßen Via Chiantigiana, Via Francigena und Via Regia Romana. Ebenso bedeutsam für den Waren- und Personenverkehr war auch der nahe Fluss Pesa. Vor allem die in ganz Europa sehr begehrten Weine aus dem Weinanbaugebiet Chianti-Classico konnten an bzw. auf dem Gewässer transportiert werden. Den damaligen Stellenwert der Gemeinde macht auch die einstige Existenz der befestigten Stadt Semifonte auf deren Gebiet deutlich, die im späten 12. Jahrhundert als Wachtposten für die kreuzenden Handelswege errichtet, jedoch bereits im Jahr 1202 durch florentinische Truppen wieder zerstört wurde.

Der Wohlstand des Ortes zeigt sich auch in den zahlreichen imposanten sakralen und weltlichen Gebäuden. Über ein Dutzend Kirchen und Kapellen sowie etwa die gleiche Anzahl repräsentativer Villen und Bürgerhäuser zeugen von der seit jeher gut florierenden Wirtschaft in der Gemeinde. Die im neogotischen Stil im frühen 20. Jahrhundert erbaute Hauptkirche ist die Chiesa di San Bartolomeo mit der kunstgeschichtlich bedeutsamen Statue der Muttergottes „Madonna col Figlio“. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von dem ortsansässigen Bildhauer Maestro di Barberino geschaffen. Ebenfalls architektonisch beeindruckend ist die Chiesa di Sant’Andrea im Ortsteil Vico d’Elsa, die Chiesa di San Filippo in Ponzano sowie die Chiesa di San Giorgio allo Spadaio. Die Kirchen wurden zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert erbaut.
Weitere interessante Gotteshäuser auf dem Gemeindegebiet sind die Chiesa di San Lorenzo a Vigliano, die Chiesa di Santa Maria im Ortsteil Marcialla, die Chiesa di Santa Maria in Poneta, die Chiesa di San Martino in Pastine, die Chiesa di San Michele e del Santo Salvatore, die Chiesa di San Pietro in Petrognano, die Chiesa di San Ruffignano und die Chiesa di Santo Stefano in Linari.

Villa Spoiano in Barberino Val d’Elsa
© „Villa Spoiano“ von Spoiano – Eigenes Werk, [CC BY-SA 4.0] über Wikimedia Commons
Besondere Erwähnung verdienen auch die oft wie Burgen gestalteten Wohnhäuser und Landgüter im Ort. Sehenswert ist zum Beispiel das Castello della Paneretta in Monsanto von 1260. Dort logiert heute ein überregional renommierter Produzent von Chiantiweinen. Repräsentativ zeigen sich auch das Castello di Linari und die benachbarte Villa Bardi, Gleiches gilt für die Villa Capponi aus dem 12./13. sowie die Villa di Cortine aus dem 11. Jahrhundert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 grundlegend restauriert wurde die Villa di Pastine, bis heute als Wohnstätten genutzt werden auch die Villa di Petrognano aus dem 14., die Villa di Prumiano und die Villa di San Filippo aus dem 16. Jahrhundert. Prächtig restaurierte Fassaden mit Rundbögen und Natursteinen haben auch die Villa di San Lorenzo a Vigliano, die Villa Torrigiani di Valdigelata und die Villa Guicciardini di Vico. Die großzügige Villa Spoiano auf einer Anhöhe zwischen Tavarnelle Val di Pesa und Barberino Val d’Elsa wurde 1698 erstmals erwähnt, die heutigen Gebäude stammen jedoch aus dem 18. Jahrhundert und beherbergen ein Unternehmen für die Herstellung von organischem Olivenöl und Wein.