Monterrigioni

Monteriggioni

Zwischen Siena und Florenz liegt der kleine Ort Monteriggioni. Schon von weitem ist er gut zu erkennen, da er auf einer Anhöhe, dem Monte Ala, errichtet wurde. Eingebettet in die zauberhafte Landschaft der Toskana wirkt das Panorama von Monteriggioni mit seinen mittelalterlichen Festungsmauern und Türmen wie ein Bild aus längst vergangenen Zeiten.

Mittelalterliche Monteriggioni
© „Monteriggioni“ von Renato Pietsch, liezenziert unter [CC BY-SA 3.0] über Wikimedia Commons
Gebaut wurde die Festung zu Beginn des 13. Jahrhunderts von der Stadt Siena, um die Grenze zur Republik Florenz besser überwachen zu können. Tatsächlich spielte Monteriggioni in den anschließenden militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden mächtigen Stadtstaaten eine Rolle. Im Jahr 1261 konnte eine Belagerung durch Truppen aus Florenz erfolgreich abgewehrt werden. Durch ein Statut aus dem Jahr 1380 bekamen die Bewohner des Ortes die gleichen Rechte wie die Bürger Sienas zuerkannt. Nachdem die Festung im 15. Jahrhundert weiter ausgebaut worden war, überstand sie 1526 eine weitere Belagerung durch die Florentiner und den nun üblichen Artilleriebeschuss. Erst durch den Verrat eines Hauptmanns gelang es den Truppen aus Florenz im Jahr 1554 Monteriggioni einzunehmen. In den folgenden Jahrzehnten wechselte der Ort mehrfach seinen Besitzer, bis er schließlich 1777 zu einer eigenständigen Gemeinde erklärt wurde.

Da nur die Bewohner von Monteriggioni mit dem Auto in die Altstadt fahren dürfen, sollten sich Besucher des Ortes auf einen längeren Spaziergang einstellen. Jedoch ist bereits der Ausblick vom Wehrgang der Stadtmauer auf die umliegende Landschaft im Herzen der Toskana mehr als eine Entschädigung für die Mühen des Aufstiegs. Am Piazza Roma steht die einzige innerhalb der Stadtmauer noch erhaltene Kirche Santa Maria Assunta. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist heute die Hauptkirche der Gemeinde. Ihr Glockenturm wurde im 18. Jahrhundert hinzugefügt. Neben der Kirche säumen kleine Geschäfte und Werkstätten den Hauptplatz der Altstadt.

Das Kloster Santi Salvatore e Cirino
© „Santi Salvatore e Cirino“ von Mongolo1984 – Eigenes Werk, [CC BY-SA 3.0] über Wikimedia Commons
Auch die außerhalb der Stadtmauer gelegenen Stadtteile von Monteriggioni bieten allerhand Sehenswertes. Einige mittelalterliche Kirchen sind mit Fresken verschiedener italienischer Maler geschmückt und zeugen vom kulturellen Reichtum dieser Gegend. Das Kloster Santi Salvatore e Cirino mit anliegendem Hospital im Ortsteil Badia a Isola wurde zu Beginn des 11. Jahrhundert errichtet. Der sogenannte Meister von Badia a Isola, ein Maler aus dem 13. Jahrhundert, hat in diesem Kloster sein Bild Madonna mit Kind und zwei Engeln gemalt, das heute im Museo civico e d’arte sacra di Colle di Val d’Elsa besichtigt werden kann. Jedes Jahr findet im Juli in Monteriggioni ein Mittelalterfest statt, das für alle Altersgruppen etwas zu bieten hat. Mit viel Aufwand und Leidenschaft wird hier für den Besucher Geschichte erfahrbar gemacht.